DSC00193.JPG
dsc00108.jpg
dsc00160.jpg
dsc00100.jpg

Deuerling gestern und heute

undefinedZwischen Altmühl und Naab werden die Jurahöhen vom Tal der Schwarzen Laber durchschnitten.

Der einst schnell herabbrausende Fluss windet sich heute meist langsam und behäbig durch eine Landschaft, die zweifellos zu den schönsten der Oberpfalz zählt. Saftige Wiesen, schattige Auwälder, steil aufragende Jurafelsen und anderswo selten gewordene Pflanzen, verträumte Mühlen, verwitterte Burgen und ehrwürdige Kirchen sind die bodenständigen und geschichtlichen Rahmen der Märkte und Dörfer im Laberjura. In Deuerling grüßt die dem Heiligen Martin geweihte Pfarrkirche von der Höhe des »Bader-Felsen« herab. Der gastliche Ort, zu ihren Füßen, lädt den Besucher zu freundlicher Rast.

Obwohl die ersten urkundlichen Hinweise um 1130 festzustellen sind, wurde Deuerling mit Sicherheit schon viel früher besiedelt. Ein kleines Steinbeil aus der Jungsteinzeit (3000-1800 v. Chr.) wurde zwar auf Gemeindegrund gefunden, aber als Beweis für ständige Wohnungen genügt es nicht.

Dagegen wurden aus der Bronze- und Eisenzeit viele Funde, wie Gefäße, Armringe, Pfeilspitzen aus dem weiteren Bereich unserer Gemeinde freigelegt. Die ersten Siedler ließen sich im Deuerlinger Gebiet zur Zeit der fränkischen Merowinger (5. bis 8. Jahrhundert) nieder. Eine Reihengrabanlage beweist dies; die Funde daraus befinden sich im Regensburger Museum. Um das genannte Jahr 1130 wurde in den Schenkungsbüchern der Klöster Prüfening und Obermünster eingetragen, dass ein Eberhard de Scorgaste sein Landgut zu Deuerling um 40 Talente und 1 Fuder Wein an das Kloster Prüfening verkaufte.

Etwa 50 Jahre später wird erstmals ein Edelsgeschlecht mit dem Sitz in Deuerling genannt, Reimpot von Teuerling als Vasall der Burggrafen von Regensburg bezeichnet.

Das Kelsgaudorf Deuerling gehörte in seiner Frühzeit stets mehreren Herren. Bis 1196 war es Bestandteil der Grafschaft Riedenburg und nach dem Aussterben dieser Grafen fiel es mit den »dörffer des gerihtt des hertzogen Taevwerling (Deuerling), Stainpruck (Steinerbrückl), Eichenhoven (Eichhofen), Thunnhausen (Thumhausen), Havgenrevt (Haugenried), Hergershoven (Irgertshofen), Haimperch (Heimberg), Hulloch (Hillohe)« an den bayerischen Herzog Ludwig den Kelheimer. Ein anderer Teil gehörte zur Herrschaft Laaber.

Aus Besitzungen der Wittelsbacher Linien Bayern-Landshut, Bayern-München, wurde das Fürstentum Pfalz-Neuburg gebildet, dessen Grenze entlang der Schwarzen Laber verlief. Deuerling unterstand wiederum zwei Herren bis endlich 1808 das Pflegeamt Laaber mit dem Landgericht Hemau vereinigt wurde. Aus dem Landgericht entstand das Bezirksamt Hemau, das schließlich dem Bezirksamt und späteren Landkreis Parsberg zugeschlagen wurde. Bei der Verwaltungsreform 1972 wurde Deuerling in den Landkreis Regensburg eingegliedert.

Die Pfarrei Deuerling geht ebenfalls bis in das 12. Jahrhundert zurück. Urkundlich wurde als erster Pfarrer ein Herr Poto um 1224 genannt. Ihre größte Ausdehnung erreichte sie im 16. Jahrhundert, denn neben dem heutigen Bestand, das sind die Gemeinden Deuerling und Bachmühle, Igertshofen, Kleinetzenberg, Polzhausen, Münchsmühle, Schrammlhof, Türklmühle, Waldetzenberg, gehörten damals Pollenried, Undorf, Loch, Eichhofen, Rammelstein, Thumhausen, Haugenried, Viergstetten, Werdenfels, Nittendorf, Schönhofen, Etterzhausen, Penk, sogar Bergmatting dazu, allerdings von manchen Orten nur einige Anwesen. Folgen der Religionsstreitigkeiten waren natürlich auch in Deuerling zu spüren. Die Zugehörigkeit zu einem Glaubensbekenntnis wechselte ebenso oft wie die Herren. Die Katholische Kirche, auf steilem Kalkfelsen gebaut und dem HI. Martin geweiht, wurde in romanischer Zeit in kleinerem Umfang errichtet und in gotischer Zeit erweitert. Kriege, Epidemien und Naturkatastrophen, wie überall im Lande, dezimierten die Bevölkerung. Viele Gebäude wurden zerstört und viele Menschen wurden getötet.

undefinedAus der Deuerlinger Gegenwart

Die Gemeinde Deuerling umfasst den Hauptort, dann Heimberg, Hillohe, Steinerbrückl, Bachleiten und Stegenhof. Als »Deuerling« zählen auch die Teile und Siedlungsgebiete Am Bach, Am Bahnhof und Haslach. Mit dem Markt Laaber und der Gemeinde Brunn bildet sie heute die Verwaltungsgemeinschaft Laaber.

In Deuerling gibt es eine doppelzügige Grundschule und eine Schule zur individuellen Lernförderung.

Die Wasserversorgung wird durch den Zweckverband der Wasserversorgungsgruppe Laber-Naab mit Sitz in Beratzhausen gesichert.

Für die Abwasserentsorgung wurde mit der Nachbargemeinde Nittendorf der Zweckverband zur Abwasserbeseitigung im Labertal« gegründet. Der Ortsteil »Am Bahnhof« ist an die Kläranlage Waldetzenberg des Marktes Laaber angeschlossen.

Deuerling ist über die Bahnlinie Regensburg-Nürnberg, die Bundesstraße 8 und die Autobahn A3 Regensburg-Nürnberg gut zu erreichen. Die Gemeinde erfreut sich bei Erholungssuchenden, insbesondere aus dem Oberzentrum Regensburg, großer Beliebtheit. Auf den Wanderwegen des Naherholungsvereins Regensburg und der Gemeinde Deuerling kann der Wanderer die herrliche Landschaft des 20 km vor den Toren Regensburgs liegenden Dorfes erleben.