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Pfarrkirche St. Martin Deuerling

undefinedDie Pfarrkirche St. Martin ist auf dem Baderfelsen, einem etwa 30 m hoch aufragenden Felsplateau aus Jurakalkstein am rechten Ufer der Schwarzen Laber erbaut und gilt als Wahrzeichen des Ortes. Durch ihre Lage erscheint sie größer als sie tatsächlich ist. Länge des Gesamtgebäudes: 33,70m; Höhe des Turms mit kupfernem Zwiebelhelm: 26m.

Die Geschichte der Kirche:

Die Pfarrei Deuerling wurde 1281 durch Schenkung von Herzog Heinrich v. Bayern in das Kloster St. Georg in Regensburg-Prüfening inkorporiert. Sie blieb es bis zur Säkularisation 1803. Die Pfarrkirche wurde gebaut unter Abt Georg Garhammer um 1450. Eine kleinere Kirche aus der Romanik am Ufer der Laber oder auf dem Felsen kann nur vermutet werden. Im Jahr 1717 stürzte der an der Westseite stehende Turm ein. Der heutige wurde 1718 an der Ostseite gebaut. Im Jahr 1842 wurde das Langhaus um die heutige Empore verlängert. 1954 ist der Sakristeianbau an der Südseite des Turmes hinzugekommen. Von 1992 – 1998 wurde die Kirche außen und innen einer umfassenden Sanierung unterzogen.

Der Innenraum gliedert sich in den Altarraum mit einem Kreuzgratgewölbe und je einem Fenster an der Nord- und Südwand. Nach Westen schließt sich das Langhaus mit einer flachen, von einer Hohlkehle eingesäumten Putzdecke ohne Malerei an. Die Wände werden durch je drei Fenster gegliedert. Hinter den Eingangstüren schließt sich die Empore an. Der Fußboden des Langhauses wurde 1997 mit neuen Platten aus Solnhofener Kalkstein, das Presbyterium mit erhaltenen Resten des alten Belages ausgelegt.

Hochaltar:

Beide Seitenaltäre und die Kanzel bilden eine barocke Einheit aus der Zeit um 1730. Je zwei glatte Säulen zu den beiden Seiten rahmen in der Mitte des Hochaltars den Tabernakel ein mit einer Kreuznische und dem Lamm Gottes darüber. Die Mitte nimmt das Leinwandbild mit der Darstellung der Mantelteilung des hl. Martin ein. Dieses stammt aus dem 19. Jahrhundert. Im oberen Auszug ist eine Halbrelieffigur von Gott Vater auf einer Weltkugel, umgeben von drei Putti (der 4. wurde gestohlen). Der Altar weitet sich mit den zwei Durchgangsbögen bis zur Wand. Auf den Bögen sitzen zwei Halbbüsten, links die hl. Katharina mit dem Buch, rechts der hl. Josef mit dem Lilienstab. Vergoldete Akanthusranken runden den Hochaltar auf beiden Seiten ab.

Der Volksaltar und der Ambo sind ein Provisorium aus der Zeit nach der Liturgiereform durch das 2. Vatikanische Konzil 1964.

Der rechte Seitenaltar ist dem hl. Sebastian geweiht. Auf dem Altartisch steht eine 85cm große Herz-Jesu-Figur mit Flammenherz. Auf dem Leinwandbild ist das Martyrium des hl. Sebastian dargestellt. Im Auszug oben erscheint das brennende Herz, Symbol der leidenden Liebe Christi.

Der linke Seitenaltar:

Über einem Tabernakel steht in einer Nische die Figur der Muttergottes mit herbem Gesichtsausdruck. Sie trägt eine Hutkrone auf dem Kopf. In der linken Hand hält sie ein Zepter, mit der rechten das Jesuskind mit einer Weltkugel. Die Blickrichtung Marias zeigt, dass sie ursprünglich woanders gestanden haben muss. Im oberen Abschluss ist wieder das brennende Herz zu sehen.

Die Kanzel hängt an der Nordwand zwischen erstem und zweitem Fenster. Sie ist wie die Altäre in hellen und dunklen Rottönen marmoriert. Auf dem Kanzelkorb sind die vier Evangelisten dargestellt. Der Schalldeckel trägt in der Untersicht die Hl. Geist-Taube, bekrönt ist er von der Salvator-mundi-Figur.

Die Heiligenfiguren:

St. Wendelin beim rechten Seitenaltar, Rokokofigur um 1750, mit Rock, Kniebundhose, Stab und Hirtentasche. Zu seinen Füßen liegen Schaf und Stier.

Die Kreuzigungsgruppe in der Mitte der Südwand (um1739). Am Fuß des Gekreuzigten steht die Mater dolorosa mit großer, bewegter Ausdruckskraft. Zu beiden Seiten die Apostel Petrus (mit Buch und Schlüssel) und Paulus (mit Buch und Schwert).

Der hl. Johannes Nepomuk (1750) neben der südlichen Türe trägt ein Barett über dem Talar, einen Hermelinmantel und in der Hand ein Kruzifix.

Die Marienfigur mit dem Jesusknaben (1976) über der nördlichen Tür ist eine barockisierte und ergänzte Kopie eines gotischen Torsos, der sich heute in der Museumskirche St. Ulrich in Regensburg befindet.

Der hl. Florian (1730) bildet die Gegenfigur zum hl. Nepomuk gegenüber. In der Hand ein Wasserschaff und eine Turnierlanze, zu seinen Füßen ein ausgebranntes Haus.

Der unbekannte Heilige (um 1500) hängt zwischen Kanzel und Marienaltar. Die schöne spätgotische Figur lässt sich nicht eindeutig identifizieren.

Der hl. Martin (um 1700) an der Nordwand des Altarraumes sitzt auf einem Apfelschimmel, der winzige Bettler kniet mit einer Krücke am Boden. Die Figurengruppe könnte als Prozessionsbild auf einer Stange oder Trage verwendet worden sein.

Die Kreuzwegtafeln (um 1880) umlaufen das Langhaus gegen den Uhrzeigersinn, beginnend links an der Kanzel. Die Leinwandbilder mit grün marmoriertem Rahmen sind eine Dauerleihgabe des Diözesanmuseums Regensburg. Ihre Herkunft ist nicht geklärt.

Die Taufsteine. Vor dem rechten Seitenaltar befindet sich der spätgotische Taufstein mit der Jahreszahl 1499 (oder 1490) aus rotem Adneter Marmor. An der äußeren Südwand steht ein romanischer Taufstein. Er wurde im 19. Jahrhundert am Ufer der Laber gefunden, als Löschbecken in der Schmiede verwendet und kam in Privatbesitz. 1995 hat ihn die Familie Jobst, Münchsmühle der Pfarrei Deuerling geschenkt.

Die Glocken:

Bei der Sanierung des Turmes 1992 wurde ein vollständig neuer Glockenstuhl eingezogen. Er trägt die drei Glocken:
Glocke g: Herz Jesu - Heil der Hoffenden (1950)
Gewicht: 530 kg, Durchmesser 101 cm
Firma Petite und Gebr. Edelbrock
Glocke a: Ave Maria (1705)
Gewicht: 370 kg, Durchmesser 85 cm
Gießerei Schelchshorn, Regensburg
Glocke c: Sankt Josef (1929?)
Gewicht: 210 kg, Durchmesser 73 cm
Firma Petite und Gebr. Edelbrock

Die Orgel stammt aus der Werkstatt der Firma Weise, Plattling. Sie wurde unter Wiederverwendung von Teilen der beiden Vorgänger-Instrumente von 1888/1969 erbaut und am 11. Juli 1998 von Weihbischof Wilhelm Schraml eingeweiht. Sie umfasst 28 Register mit 1628 Pfeifen. Sie wurde erheblich finanziert vom Verein „Freunde der Orgel in Deuerling“.

Die Sonnenuhr an der Südseite des Turms: In das Uhrblatt sind die Tierkreiszeichen eingemalt. Darunter findet sich der Mahnspruch: Aus Stunden, Tagen, Monden reihen sich die Jahre in Freud und Leid + Eine wird die Letzte sein +.

Das „Seelenhäuschen“ hinter der Pfarrkirche diente wohl ursprünglich als Friedhofskapelle für den alten Friedhof um die Kirche. 1963 wurde sie in eine Gedächtniskapelle umgewandelt für die verstorbenen Seelsorger, für die Vermissten und Gefallenen der Pfarrei im 2. Weltkrieg.


Filialkirche St. Markus Waldetzenberg 

Das Gemeindezentrum St. Markus mit Kirche steht an der Grenze zwischen den Ortsteilen Deuerling am Bahnhof und Waldetzenberg. Es dient als kirchliche Heimat für die katholischen und evangelischen Christen der Orte Bahnhofsiedlung, Waldetzenberg und Polzhausen.

Die Vorgeschichte:

1963 werden die ersten Häuser in der „Waldsiedlung“ gebaut. Der neu entstehende Ort gehört politisch zur Gemeinde Großetzenberg, kirchlich zur Pfarrei Deuerling. Die ersten Sonntagsgottesdienste finden auf dem Grundstück der Familie Kübel in der Fichtenstraße statt.
26.9.1966: Der Kirchbauverein Waldetzenberg wird gegründet.
1967: Der Kirchbauverein kauft das Grundstück an der Straßengabelung: 6.580 m² für DM 10,--/m².
19.2.1968: Der Kirchbauverein beschließt, ein Fertigholzhaus als Gottesdienstraum aufzustellen.
1. Advent 1968: Der Finanzdirektor des Bistums Regensburg, Prälat Häglsberger und Pfarrer Johann Zens weihen das Markushaus ein.
16.6.1970: Gründung des Seniorenclubs Waldetzenberg
1972: Durch die Gebietsreform gehört Waldetzenberg zum Markt Laaber.
1977: Gründung des Frauenbundes Waldetzenberg
1.1.1980: Gründung der Filialkirchenstiftung.
April 1980: Die Kirchenstiftung Waldetzenberg wird Träger der neu gegründeten ambulanten Krankenpflegestation für den Markt Laaber.
24.4.1983: Einweihung des Kindergartens durch Bischof Manfred Müller.
1984: Die Kirchenverwaltung beschließt eine Kirche zu bauen.
1986: Die Kirchenverwaltung beantragt beim Bistum Regensburg die Genehmigung und Bezuschussung des Kirchbaus.
1989: Das Architekturbüro Lorenz wird mit der Planung der Kirche beauftragt.
19.3.1991: Beginn der Bauarbeiten.
20.5.1991: Grundsteinlegung durch Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner.
11.10.1992: Weihe der St. Markuskirche durch Diözesanbischof Manfred Müller.
5.2.1997: Der Kirchbauverein nennt sich „Förderverein St. Markuskirche Waldetzenberg“.

Der Kirchenraum:

Die Mauern des Kirchenraumes bilden ein Sechseck, das sich in die Spitze des Grundstückes einschmiegt. Die Kirche ist 330 m² groß und bietet 220 Sitzplätze. Die Form des Sechsecks erinnert an eine Honigwabe. In der Bibel wird das Wort Gottes mit dem Honig verglichen: „Die Urteile des Herrn sind süßer als Honig“ (Ps 19,10). Über dem Raum wölbt sich das Zeltdach, dessen sechs Trägerbalken sich im Mittelstein treffen. Querstreben untergliedern die helle Dachfläche. Das Zeltdach erinnert an ein Bild von der Kirche, wie es die Väter des 2. Vatikanischen Konzils liebten: „Die Kirche ist das wandernde Volk Gottes, geborgen unter dem Zelt“.

Der Altarraum:

Altar, Ambo, Tabernakelstele, Taufstein und Hängekreuz wurden vom Bildhauer Hans Wurmer, Hausen gestaltet.

Der Altar ist aus dem rötlichen Auer Kalkstein bei Kelheim geschlagen. Er wiegt 4000 kg. Der Block mit der Platte darauf verbindet die zwei religiösen Elemente des Altares, Opferstein und Tisch. In der Stirnseite ist das Lamm Gottes dargestellt. In seinem Herzen liegt hinter Glas die Pyxis mit den Wolfgangsreliquien.

Der Ambo links vom Altar, ebenfalls aus Kalkstein, gehört als Tisch des Wortes neben den Tisch des Brotes. Von unten schlängeln sich Feuerzungen bis zur Taube hinauf. Beide Symbole weisen hin, dass hier das geistgewirkte Wort Gottes verkündet wird.

Der Taufstein, rechts vom Altar, aus Kalkstein. Er steht in einer abgestuften Bodennische. Er bricht mit seinen acht Ecken aus dem Kirchensechseck aus. Die von unten aufsteigenden und von oben kommenden Linien greifen in der Mitte ineinander. Das natürliche Wasser aus dem Boden und das lebendige Wasser von oben verbinden sich in der Taufe. Der Griff am bronzenen Deckel zeigt Jonas, wie er vom Walfisch ausgespien wird. Gemäß einem Wort Jesu, er gebe uns kein anderes Zeichen als das des Jonas, deutet die Kirche diese Geschichte als Hinweis auf die Auferstehung, die Errettung aus dem Schlund des Todes, an der wir durch die Taufe Anteil erhalten.

Die Tabernakelstele steht in einem hell erleuchteten Mauerausbruch. Sie wurde wie alle anderen Bronzeteile in der Werkstätte Bauer, Wörth gegossen. Die Stele trägt den Tabernakel und öffnet sich darüber für die Aussetzung des Allerheiligsten. Der Stamm mit den zwei angesetzten dreiarmigen Kerzenleuchtern soll an den Weinstock erinnern. Die Lichterfülltheit des Ortes verweist auf die Gegenwart Christi, den neuen brennenden Dornbusch, aus dem Jahwe zu Mose gesprochen hat: „Ich bin der Ich-bin-da-für-euch.“

Das ausdrucksvolle Hängekreuz verbindet optisch alle Teile der Kirche. Die weitausladenden Kreuzbalken und der königlich thronende Korpus Christi verweisen auf das zentrale Geheimnis, auf Tod und Auferstehung. Die schlichte Formensprache des Kreuzes wirkt konzentrierend für Auge und Sinn.

Die Marienfigur an der rechten Stirnwand ist ebenfalls von Hans Wurmer entworfen und bei Bauer, Wörth gegossen. Die 1,50m hohe und 80 kg schwere Figur zeigt Maria mit dem Christuskind auf dem linken Arm. Das eng umhüllte Haupt macht sie zur Schmerzensmutter. Auf der Mondsichel stehend ist sie auch schon die Königin des Himmels.

Die Sankt Markusfigur an der linken Stirnwand stellt den Patron der Kirche dar. Er gilt als erster der vier Evangelisten. Er hält das aufgeschlagene Buch und eine Schreibfeder in der Hand. In erhabener Schrift sind die ersten drei Verse seines Evangeliums zu lesen: „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes...“ Markus steht auf dem geflügelten Löwen, dem ihm beigegebenen Attribut. Die Marien- und die Markusfigur wurden am 21. April 1996 eingeweiht.

Die Kreuzwegbilder aus naturbelassenem Lindenholz stammen aus Oberammergau. Sie sind ein Geschenk von Pfarrer Josef Keiler aus Heimberg. Segnung am 6. März 1993.

Die einmanualige Orgel mit fünf Registern und 307 Pfeifen wurde von Adam Biebert (*1929) 1974-78 in Regensburg gebaut. Dank der Vermittlung des Singkreises Deuerling wurde sie im Herbst 1992 von der Kirchenstiftung Waldetzenberg erworben und am 5. Dez. 92 eingeweiht.

Die 17 Farbfenster mit einer Gesamtfläche von 55,7 m² stehen unter dem Thema: „Licht als von Gott geschenktes Leben“. Sie wurden gestaltet vom Künstler Benedict Schmitz (*1935), einem Salesianerbruder aus Ingolstadt. Das Glas wurde in der Glashütte Lambert, Waldsassen gegossen. Die Fenster wurden zusammengebaut in der Mayer’schen Hofkunstanstalt München in der Zeit von Sept. 2000 bis Mai 2001. Einweihung am 21. Mai 2001. Die zehn Fenster auf der rechten Seite gehören zum alten Testament. Die Geisttaube und die Hand Gottes erzählen von der Erschaffung der Welt (1-3). Das erste Grün erscheint (4). Das 5. und 6. Fenster erinnern an den Auszug Israels aus Ägypten. Gott begleitet sein Volk ins Gelobte Land als Wolkensäule am Tag und als Feuersäule in der Nacht. Die Fenster 7 – 9 symbolisieren mit dem von oben kommenden lichten Blau das Element des Prophetischen in der dunklen Geschichte. Die zehn Lichter in Fenster 10 stellen die wenigen Gerechten im Volk Gottes dar. Sie deuten schon hinüber auf die linke Seite des neuen Testaments. Fenster 11 zeigt Christus als den Morgenstern, 12–14 stellen zusammen Christus als Licht der Welt dar. 15–17 das neue Jerusalem als Vollendung der Schöpfung und Geschichte.

Die drei Glocken wurden von der Firma Perner in Passau am 19. Nov. 1993 gegossen und am 13. März 1994 von Weihbischof Vinzenz Guggenberger geweiht:
Glocke a: Sankt Johannes
Gewicht: 500 kg, Durchmesser 96 cm
Glocke h: Sankt Matthäus
Gewicht: 350 kg, Durchmesser 85 cm
Glocke d: Sankt Lukas
Gewicht: 200 kg, Durchmesser 71 cm


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